Aral-Tankstelle
Frank Schnietz

Oststrasse 28
33129 Delbrück
Tel.: 05250 933286

ARAL SchnietzStarkes Tankstellentrio


Aus dem Magazin »convenience Shop | Magazin für New channels«, Juni 2011


Im Shop der Aral-Tankstelle in Delbrück ergänzen sich drei Spezialisten: Inhaber Frank Schnietz hat sich mit Nestlé Schöller und mit dem Großhändler und Ladenbauer Lüning kompetente Unterstützung ins Haus geholt und seine Mitarbeiter in die Umbauplanungen eingebunden.


Nicht der Zufall hatte Gerhard Schäfer, Wolfgang Wessels und Frank Schnietz zusammengebracht, sondern ihr Ziel, aus einem Tankstellenshop der 80er Jahre einen modernen C-Store zu machen. Eineinhalb Jahre nahmen sich der nationale Key Account Manager Schäfer, der Verkaufsleiter Tankstelle und Shopberater Wessels uns Inhaber Schnietz Zeit für die Planung. Und die wurde nicht nur am Grünen Tisch. Im wahrsten Sinne des Wortes haben Wesels und Schnietz auf einer Shopping-Tour Einrichtungsideen gesammelt, Sortimentsstrukturen und Konzepte für den Standort Delbrück analysiert. Schnell fiel dann die Entscheidung, nicht die Shop-Sortimente in den Fokus zu stellen, sondern mit einem Bistro neues Terrain zu betreten.


Schnietz ist zwar Aral-partner, als Eigentümer aber weder an die Shop-Konzepte noch an den Warenlieferanten des Mineralölkonzerns gebunden. Als langjähriger Kunde der Max Lüning GmbH bezieht er von alkoholfreien Getränken bis zu Zigaretten alles über den Großhändler, aus dem Nestlé-Schöller-Portfolio bis dato allerdings nur Impulseis. Die Nürnberger kamen erst mit dem Bistro richtig ins Spiel: »SB- und Regelbaren waren für uns gelernte Praxis. In Sachen Gastro fingen wir aber bei Null an.« Schnietz war offen für professionelle Unterstützung.


Einer eingehenden Standortanalyse folgte die Detailplanung. Die Tankstelle ist zwar Platzhirsch in dem 30.000 Einwohner zählenden Ort, der Shop muss sich nach der Liberalisierung der Öffnungszeiten sein Terrain aber verteidigen. Wer versuche, mit dem LEH mitzuhalten, habe schon verloren.

Es wurde also austariert, wie viel Fläche der Shop wirklich benötigt. Der Platz hätte auf jeden fall für mehr als die heute 168 qm gereicht. Aber C-Stores lebten vom Warenumschlag, und es sei schwierig geworden, die Regale intelligent zu füllen. Wessels kann nicht nachvollziehen, warum sich viele Betreiber nur der Warenfülle zu liebe die x-te Sorte Dosensuppe ins Regal stellen, statt sich für eine offene und hell wirkende Raumaufteilung zu entscheiden. Weniger sei mehr. Das sagen auch die Pennerlisten. Bei Schnietz wurde ein 2.500 Artikel starkes Sortiment (darin sein keine Tabakwaren enthalten) platziert, das nicht nur in seiner Zusammensetzung, sondern in der Anordnung durchdacht ist.


Das Herzstück, die Theke für Bistro und den To-go-Verkauf, liegt gut einzusehen im äußersten Shop-Winkel. Brötchen, Backwaren, Herzhaftes und Süßes, heiße und kalte Snacks sind permanent im Programm. Zur Mittagszeit etwas reduziert, weil der Platz im gekühlten Bereich für diverse Tagesgerichte reserviert ist. Erhitzt werden sie erst, wenn es der Kunde wünscht, und zwar in den etwas zurückliegenden aber gut sichtbaren Öfen. Unmittelbar hinter der Theke stehen die Kaffeemaschinen (eine zweite gibt es in SB im Shop-Bereich) sowie zur warmen Jahreszeit die Mövenpick Tiefkühlbox mit den vorportionierten Eiskugeln für den Eiscafé. »Je nach Jahreszeit wechseln wir die Artikel aus«, erklärt Schäfer. Aber auch Kundenwünsche und neue Trendartikel fließen in die Angebotszusammensetzung ein. Um Mängel im Umgang mit der Bistroware wegen Unkenntnis von vornherein auszuschließen, wurden die Schnietz-Mitarbeiter von Nestlé-Schöller intensiv geschult. Zunächst zentral in der Wirtschaftsschule für Hotelier und Gaststätten in Dortmund und anschließend auch vor Ort, wo sie im Echtzeitbetrieb das richtige Handling lernten.


Theke, Kasse mit Tabakwaren und das Bistro fügen sich harmonisch aneinander. Langeweile kommt auch für diejenigen nicht auf, die gerade kleinere Servicearbeiten am Auto durchführen lassen, denn die können sie bequem vom Bistro aus bei einem Kaffee durch die Fenster zur Werkstatt verfolgen. Und nach vorn heraus schauen sie durch eine große Glasfront auf Zapfsäulen und Straßenverkehr.

Ladenbauer und Warenlieferant haben jedenfalls bei der Raumaufteilung gute Arbeit geleistet. Dass sich beispielsweise an Liefertagen kein einziger Rollcontainer im Shop befindet, ist kein Zufall. Rund um das Gebäude gibt es nämlich mehrere Zugänge, die zu den einzelnen Warengruppen führen. Thekenware von Scholler direct wird im rückwärtigen Tiefkühlhaus gelagert. Für Zeitschriften steht ein kleiner Raum für die Nachtanleiferung zur Verfügung. Getränke werden vom Zwischenlager direkt in den Kühlbereich geräumt. Einzelflaschen bietet Schnietz in einem von hinten zu befühlenden Walk-In-Cooler an, Gebinde in einem separaten Kühlraum, der vom Rest des Shops durch einen transparenten PVC-Lamellenvorhang getrennt ist. Der Leergut-Rücknahme-Automat hatte einen festen Platz vor dem Shop-Eingang, denn die Kunden sollen mit leeren Händen den C-Store betreten.

Doch nicht nur Bier und alkoholfreie Getränke gehören zu den Rennern. Weil Schnietz selbst Weinliebhaber ist, bewies er Mut zur Lücke und versuchte es mit den edlen Tropfen in seinem Tankstellen-Shop. Architektin Heidi Peter von Lüning Ladenbau gab sich mit 08/15-Regalen aber nicht zufrieden und entwarf eine kleine, aber feine Abteilung mit großem Weinklimaschrank, einem ausgetüftelten Lichtkonzept und einem überdimensionalen Ambientefoto. Zwei weitere zieren den Shop.


Natürlich hätte man den Platz – sofern sich dahinter keine Tür verbirgt – für Regale nutzen können. Aber Wessels wollte einerseits keine Staubfänger platzieren, andererseits seien die Produkt-Innovationen im Vergleich zu vor 15 Jahren rar geworden. »Der Shop lebt eben von Impulsen«, sagt er und betont, dass man bewusst nicht auf günstige Sortimente gehen wollte. Das erklärt denn auch, dass man bei Schnietz, übrigens der einzigen Tankstelle bundesweit, auch die hochpreisigen Sansibar-Lizenzprodukte findet, von denen vor allem die schwarze Flasche Prosecco mit gekreuzten Schwertern oft gekauft wird.


Dennoch – wenn Preisleistung, dann muss sie auch prominent gezeigt werden, etwa in Zweitplatzierungen. Vier bis fünf Artikel werden alle drei bis vier Wochen ausgelobt. »Das wird angenommen.«. Wessels ist überzeugt, dass einige wenige Aktionspreise besser sind, als mehrere, die im Regal letztendlich doch nur untergehen.